Ein Pfandsystem für Verpackungen

Reo entwickelt eine digitale Plattform, mit der Marken ihre Verpackungen künftig zirkulär nutzen, transparent nachverfolgen und nachhaltigere Entscheidungen treffen können.

Was macht euer Start-up und warum glaubt ihr, wird sich eure Geschäftsidee durchsetzen?

Reo entwickelt eine digitale Plattform, die es Marken zukünftig ermöglichen soll, eigene Verpackung zirkulär zu nutzen, transparent nachzuverfolgen und so in Zukunft bewusste, nachhaltigere Verpackungsentscheidungen zu treffen.

Wir verfolgen einen systemischen, markenübergreifenden Ansatz und verbinden künftig alle beteiligten Partner über die Plattform. Aus unserer Sicht ist das der zukünftige Weg, der die Mehrfachnutzung von Verpackung praktikabel macht und nicht auf Insellösungen setzt. 

Was waren die größten Hürden, die ihr auf eurem Gründungsweg überwinden musstet?

Das reo-Team aus Heilbronn - von links nach rechts: Nina Hillemeir-Köhler (Marketing & Sustainability), Steffanie Rainer (CEO) und Samira Nabatian (COO).
Das reo-Team aus Heilbronn - von links nach rechts: Nina Hillemeir-Köhler (Marketing & Sustainability), Steffanie Rainer (CEO) und Samira Nabatian (COO) - sprechen über ihr Pfandsystem für Verpackungen.

Der Weg zu der offenen Plattformlösung, an der wir jetzt arbeiten, war lang. Gestartet haben wir mit Nachfüllautomaten. Die Idee war von Beginn an eine digital transparente Mehrfachnutzung von Verpackung zu ermöglichen. Einen skalierbaren Weg dorthin zu finden, war eine Herausforderung.

Eine weitere Herausforderung ist, dass wir als verbindendes Element zwischen allen Marktteilnehmern stehen und somit viele verschiedene Interessen und Sichtweisen berücksichtigen und vereinen müssen. 

Wo geht die Reise hin? Was sind eure Ziele für 2026 und für die nächsten fünf Jahre?

Wir haben im Oktober 2025 einen 12-monatiges, lokales Rücknahmepilotprojekt für Kosmetikverpackung im Großraum München gestartet. Hier können ausgewählte, leere Verpackungen unserer Markenpartner Lavera, Sante Naturkosmetik, Logona und Kneipp an lokalen Pfandautomaten unsere Rücknahmepartner Kaufland und VollCorner Bio zurückgegeben werden. Bis Ende 2026 wollen wir aus diesem Pilotprojekt aussagekräftige Daten in Bezug auf das Rückgabeverhalten, die Kund:innenakzeptanz und die Logistikprozesse sammeln, sowie parallel wissenschaftlich begleitete Tests der vorhandenen Verpackungen durchführen.

In den nächsten fünf Jahren wollen wir den digitalen und realen Kreislauf über die reo-Plattform schließen und Marken neuartige datentransparente Einblicke in Bezug auf ihre Verpackung ermöglichen. Außerdem wollen wir unser Marken- und Rücknahmepartnernetzwerk ausweiten und das reo-Modell weiter ausrollen.

Wie seid ihr bekannt geworden?

Der Start unseres Rücknahmepilotprojekts im Oktober 2025 ist auf ein gutes Presseecho gestoßen. Berichtet wurde sowohl regional als auch überregional. Wir sind aktiv auf die Presse zugegangen und haben gleichzeitig auch über die reichweitenstarken Kanäle der Marken unseres Pilotprojekts Aufmerksamkeit bekommen.

Leere Verpackungen können an Pfandautomaten, etwa bei Kaufland oder VollCorner, zurückgegeben werden. Pro Verpackung gibt es einen kleinen Beitrag über den Pfandbon zurück.
Leere Verpackungen können an Pfandautomaten, etwa bei Kaufland oder VollCorner, zurückgegeben werden. Pro Verpackung gibt es einen kleinen Beitrag über den Pfandbon zurück.

Wie geht ihr mit Rückschlägen um?

Rückschläge tun immer weh, aber sie sind Teil der Reise. Und sie sind eine Chance, sich neu zu justieren. Dinge, die nicht so gelaufen sind wie gewünscht, werden im Team besprochen und analysiert. Wir versuchen konstruktiv damit umzugehen und daraus zu lernen.

Welche Tipps könnt ihr Gründer:innen mit auf den Weg geben?

Nicht aufgeben und im Kopf flexibel bleiben. 

Unternehmen: reo GmbH

Gründer:innen: Steffanie Rainer, Nina Hillemeir-Köhler, Samira Nabatian

Branche: SaaS für zirkuläre Verpackungen

Gründungsjahr: 2022

Firmensitz: Heilbronn

Mitarbeitende: 5

Website: www.reo-reuse.de