Energiesparend, nachhaltig und kosteneffizient – Solarbetriebene Preisschilder revolutionieren den Handel

Alexander WeßlingGeschätzte Lesedauer: 4 Minuten

Preisschilder aus Papier sind out – die Zukunft sind digitale Preisschilder, die über Indoor-Solarpanels funktionieren. Eine Umstellung, die sich lohnt.

Um Kund:innen und Mitarbeitenden Mehrwerte zu bieten müssen es nicht immer auffällige, groß inszenierte Aufbauten sein. Denn oftmals ist Digitalisierung auf den ersten Blick eher unscheinbar. So auch die batterielosen, digitalen Preisschilder, auch elektronische Regaletiketten genannt (ESL=Electronic Shelf Label). Denn sind wir ehrlich, wer achtet beim Einkauf schon darauf, wie die Preisschilder aussehen? Oder hätten Sie erkannt, welche Technologie in diesen kleinen Schildern steckt?

Zugegeben, digitale Preisschilder sind keine neue Idee und bereits weit verbreitet. Doch was ist so besonders an diesen Schildern? Der Clou – sie werden mit Solarenergie betrieben und kommen ohne Batterien aus. Doch der Reihe nach:

Worin besteht der Vorteil digitaler Preisschilder gegenüber herkömmlichen aus Papier?

Über digitale Preisschilder haben Händler:innen die Möglichkeit schnell und effizient die Preise anzupassen. Über wenige Klicks können einzelne Produkte oder ganze Sortimente über eine Schnittstelle zum Warenwirtschaftssystem angepasst werden – und das filialübergreifend. Vorbei die Zeit, in der Mitarbeitende durch den Laden irren, auf der Suche nach dem richtigen Regal, um Preisschilder auszutauschen. Wer dennoch Produkte an Ort und Stelle ändern möchte, kann dies ebenfalls einfach mit Smartphone, Scanner oder MDE-Gerät durchführen. Doch nicht nur das. Durch die Flexibilität haben Händler:innen die Möglichkeit, sich auf Preissprünge einzustellen, Kampagnen und Aktionen noch effizienter zu gestalten und den Mitarbeitenden die Zeit zu geben die wirklich wichtig ist – die Zeit für ihre Kund:innen.

Zusätzlich können die digitalen Preisschilder auf Produkte im Regal aufmerksam machen. Über blinkende LED´s signalisieren sie beispielsweise Sonderangebote oder helfen den Verkäufer:innen und Kund:innen, ein Produkt schneller zu finden. So wird das Einkaufen im Laden einfacher und zielgerichteter. Über Apps können Verbraucher:innen Produkte auswählen, deren Preisschilder anschließend aufblinken. Ebenso können die digitalen Preisschilder QR-Codes anzeigen, über welche die Kund:innen zusätzliche Informationen abrufen können. Und last but not least: Auch der Nachhaltigkeit ist geholfen, denn mit elektronischen Preisschildern werden natürliche Ressourcen geschont, in dem große Mengen Papier eingespart werden.

Der Unterschied von batterielosen zu batteriebetriebenen Preisschildern

Doch warum nun batterielose Preisschilder, wenn die Funktionen der batteriebetriebenen doch die gleichen sind? Ganz einfach – Kostenersparnisse, weniger Zeitaufwand und umweltschonenderer Einsatz. Batteriebetriebene Preisschilder haben eine Lebensdauer von durchschnittlich 4-5 Jahren, ehe die Batterien an Leistung verlieren. Dies hat zur Folge, dass sie entnommen und ausgetauscht werden müssen, was einem enormen Zeitaufwand entspricht. Im Schnitt benötigt man 2 Minuten pro Batterieaustausch, die sich auf folgende Schritte verteilen:

  • Laufwege
  • Lokalisierung der betroffenen ESL-Tags
  • Entnahme des ESLs am Regal
  • Öffnen des Rückseitendeckels
  • Herausnahme der Batterien
  • Einlegen der neuen Batterien und Schließen des Deckels
  • Erneute Platzierung des ESL-Tags am Regal

Die Alternative: Den Austausch der Batterien auslagern. Das bedeutet, die Preisschilder einzuschicken, zurückzuerhalten und neue zu positionieren. Der Nachteil: Höhere Kosten durch Versand und ein größerer benötigter Bestand an nutzbaren Schildern. Es werden ungefähr 10-20 Prozent mehr Preisschilder benötigt, da dieser Anteil fortlaufend „auf Reisen“ ist. Anders bei den batterielosen Preisschildern: Einmal platziert halten diese problemlos 10-15 Jahre.  

Schnell, effizient und nachhaltig: Digitale Preisschilder, die über Indoor-Solarpanel funktionieren. Quelle: Instore Solutions
Schnell, effizient und nachhaltig: Digitale Preisschilder, die über Indoor-Solarpanel funktionieren. Quelle: Instore Solutions

Der Faktor Nachhaltigkeit

Ein weiterer Grund, der für die batterielosen Preisschilder spricht, ist der Aspekt der Nachhaltigkeit. Nicht nur, dass diese oftmals kleiner sind und somit weniger Plastik verbrauchen. Vor allem der Wegfall der durch Lithium und Cadmium hergestellten Batterien ist von großer Bedeutung. Aktuell wird damit gerechnet, dass bis 2025 etwa 2 Milliarden batteriebetriebene Preisschilder im Handel unterwegs sein werden – und somit rund 4 Milliarden Batterien, die zu 95 Prozent nicht fachgerecht entsorgt werden können, sondern auf Sondermülldeponien landen. Aus Umwelt- und Menschenrechtgründen gilt es dies zu vermeiden.

Betrieb und Kosten der Preisschilder

Doch wie werden die Preisschilder nun betrieben? Die Antwort: Über Solarpanels und eine stromleitende Schiene. Die Preisschilder erhalten ihre Energie über Indoor-Solarpanels, die ihre Energie aus den (LED-)Leuchten des Geschäftes ziehen. Über spezielle Schienen, auf die die Solarmodule und Preisschilder aufgesteckt werden, wird der Strom geleitet. Dazu benötigen die Solarmodule lediglich 200 Lux. Für den Einzelhandel üblich sind 300-500 Lux. Bei Öffnungszeiten von etwa 8-10 Stunden erzeugt ein Solarmodul genügend Energie, um etwa 25-80 Preisschilder mit Strom zu versorgen, je nach Häufigkeit der täglichen Preisänderungen.

Wer nun denkt, dass solarbetriebene Preisschilder teurer als ihr batteriebetriebenen Pendant sind, liegt falsch. Denn: Auf Grund der kompakteren Größe, des Betriebs mehrerer Preisschilder mit einem Solarmodul und des Wegfalls der Batterie, sind sie kostengünstiger. Die Anschaffungskosten liegen, je nach Größe zwischen 7-10 Euro pro Label. Zuzüglich fallen Kosten für Solarmodule, Schienen und ein Softwarepaket an.

Elektronische Preisetiketten – kurz ESL – sind die Zukunft der stationären Preiskommunikation. Noch nie war Austauschen von Preisen einfacher! Quelle: Instore Solutions
Elektronische Preisetiketten – kurz ESL – sind die Zukunft der stationären Preiskommunikation. Noch nie war Austauschen von Preisen einfacher! Quelle: Instore Solutions

Fazit

Batterielose digitale Preisschilder können Händler:innen und Kund:innen einige Mehrwerte bieten, die dazu führen, dass Prozesse beschleunigt, Verkäufe gesteigert, Kosten eingespart und die Zufriedenheit verbessert werden. Insbesondere in Bezug auf das Thema Nachhaltigkeit bieten solarbetriebene Preisschilder einige Vorteile gegenüber batteriebetriebenen und herkömmlichen Papierpreisschildern. Vor allem für Händler:innen mit breitem Sortiment und stetig wechselnden Produktpreisen und Waren ist es eine Überlegung wert, ihre Geschäfte mit solarbetriebenen digitalen Preisschildern auszustatten.