Innenstadt mit zielgerichteter Social-Media-Kommunikation beleben

Gerade junge Menschen bleiben den Innenstädten zunehmend fern. Als Digital Natives und „Corona-Generation“ sind sie es gewohnt, viele Bereiche ihres Alltags, von sozialen Kontakten bis zum Shopping, digital zu organisieren. Um diese Zielgruppe zu mobilisieren und wieder in die Innenstadt zu bringen, muss sie dort erreicht werden, wo sie sich täglich aufhält: in den sozialen Medien. Das Projekt HOMie aus Homburg (Saar) zeigt, wie eine zielgruppengerechte Social-Media-Strategie dazu beitragen kann, junge Menschen zu aktivieren und die Frequenz sowie die Aufenthaltsdauer in der Innenstadt nachhaltig zu erhöhen.

Die Ausgangslage:

Vom Leerstand zum innerstädtischen Anlaufpunkt für Jugendliche

Viele Innenstädte verlieren durch zunehmenden Leerstand an Attraktivität, Aufenthaltsqualität und Besucherfrequenz. Gleichzeitig fehlt es Jugendlichen und jungen Erwachsenen häufig an niedrigschwelligen Freizeit-, Begegnungs- und Beteiligungsangeboten im Stadtzentrum. Im Rahmen des Stadtentwicklungsprogramms „HOMCity – a place to be“ wurde ein leerstehendes Ladenlokal in Homburg zu einem offenen Treffpunkt für Jugendliche und junge Erwachsene umgestaltet. Der HOMie bietet unter der Woche einen Study Space zum Lernen, eine Sofa-Ecke zum Entspannen sowie Raum für Begegnung. Ergänzt wird das Angebot durch wechselnde Veranstaltungen wie Spieleabende, Kreativtreffs, Frauengruppen, Kleidertauschpartys oder Workshops.

Die Herausforderung

Die junge Zielgruppe erreichen und aktivieren

Immer weniger junge Menschen besuchen die Innenstadt regelmäßig. Einkäufe werden online erledigt, soziale Kontakte finden zunehmend in digitalen Netzwerken statt. Die Corona-Pandemie hat diese Entwicklung zusätzlich beschleunigt. Für einen neu eröffneten Treffpunkt ist es deshalb eine besondere Herausforderung, Aufmerksamkeit zu erzeugen. Klassische Werbeformen wie Zeitungsanzeigen oder Plakate erreichen junge Menschen nur noch eingeschränkt. Entscheidend ist daher die Frage: Wie kann diese Zielgruppe wirksam angesprochen und dazu motiviert werden, ihre Freizeit wieder in der Innenstadt zu verbringen?

Die Lösung

Social Media als Kommunikationskanal Nummer Eins und junge Menschen als digitale Multiplkator:innen

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor des Projekts HOMie war gerade zu Beginn der konsequente Aufbau einer zielgruppengerechten Social-Media-Präsenz. Insbesondere Instagram und TikTok wurden genutzt, um Jugendliche dort zu erreichen, wo sie sich täglich aufhalten. Veranstaltungen wurden systematisch durch Feed-Beiträge, Stories und insbesondere Reels beworben, wodurch eine kontinuierliche Sichtbarkeit entstand. Vor allem Reels erzielten aufgrund ihrer hohen Reichweite und Interaktionsrate besonders gute Ergebnisse. Durch den gezielten Einsatz von Paid Ads konnte die Zahl der Follower:innen innerhalb von nur eineinhalb Monaten um über 550 Personen gesteigert und damit mehr als verdoppelt werden.

Ein weiterer Vorteil liegt in den zielgenauen Werbemöglichkeiten der Meta Business Suite. Kampagnen können gezielt nach Alter, Geschlecht und geografischem Umfeld ausgespielt werden – beispielsweise können so für die Frauentreffs ausschließlich junge Frauen zwischen 16 und 25 Jahren im Raum Homburg adressiert werden. Dadurch werden Streuverluste reduziert und die Werbemaßnahmen effizienter eingesetzt. Gleichzeitig ermöglicht das Meta-Insights-Dashboard eine kontinuierliche Erfolgskontrolle anhand von Kennzahlen wie Reichweite, Link-Klicks oder neu gewonnenen Follower:innen.

Darüber hinaus werden Jugendliche aktiv in die Öffentlichkeitsarbeit eingebunden. Als Multiplikator:innen teilen sie Inhalte über ihre eigenen Social-Media-Kanäle oder produzieren selbst Content für Instagram und TikTok. Dieser Peer-to-Peer-Ansatz – „Content von der Zielgruppe für die Zielgruppe“ – erhöhte die Glaubwürdigkeit der Kommunikation, stärkte die Identifikation mit dem Projekt und steigerte dessen Reichweite.

Auch die Anmeldung zu Veranstaltungen erfolgt konsequent niedrigschwellig über Social Media. Eine kurze Direktnachricht genügt, um sich für ein Angebot anzumelden. Dadurch werden Zugangshürden minimiert und die Teilnahmebereitschaft erhöht.

Fazit

Das Beispiel HOMie zeigt, dass Social Media weit mehr sein kann als ein Instrument der Öffentlichkeitsarbeit. Richtig eingesetzt wird es zu einem wirkungsvollen Werkzeug der Innenstadtentwicklung. Durch eine zielgruppengerechte Ansprache, authentische Inhalte und die aktive Einbindung junger Menschen als Multiplikator:innen konnten neue Zielgruppen erreicht, Besucherfrequenzen gesteigert und ein leerstehendes Ladenlokal zu einem lebendigen Treffpunkt entwickelt werden. Der Erfolg verdeutlicht, dass eine konsequent digitale Kommunikationsstrategie heute eine wesentliche Voraussetzung ist, um junge Menschen für Angebote in der Innenstadt zu begeistern und langfristig an den Standort zu binden.

Mehr lesen über

Unternehmen: HOMie Homburg – ein Projekt des Amts für Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing der Stadt Homburg

Ort: Homburg

Mitarbeitende: 7

Gründungsjahr: 2024

Branche: Veranstaltungslocation