KI-gestützte Raumoptimierung und mehr Sichtbarkeit für den Handel

Das Mittelstand-Digital Zentrum Handel begleitet Händler:innen bei der Digitalisierung. Anhand dieser Beispiele wird gezeigt, wie die digitale Transformation im Einzelhandel aussehen kann.

Im Rahmen des Digitalisierungsprojekts mit Butcher’s Barf wurde ein ganzheitliches Konzept zur Weiterentwicklung des stationären Einkaufserlebnisses sowie der digitale Kundenansprache entwickelt. Ziel des Projektes war es, die Customer Journey im Ladengeschäft zu optimieren, stationäre und digitale Kundenerfahrung zu verzahnen, Synergien zu heben und mithilfe KI-gestützter Lösungen die Unternehmenskommunikation und Kundenbindung zu optimieren.

Das Unternehmen

Butcher’s Barf ist ein spezialisiertes Fachgeschäft für nachhaltige Hundenahrung und Ergänzungsfuttermittel mit Sitz in Grevenbroich, Nordrhein-Westfalen. Das Unternehmen besetzt das Segment der biologisch artgerechten Rohfütterung (BARF) und positioniert sich über ein breites, qualitätsfokussiertes Sortiment von über 600 Artikeln im stationären Handel, darunter klassische Rohfleischkomponenten, Dosen- und Trockenfutter, hochwertige Kauartikel sowie spezialisierte Funktionssnacks, Öle und Mikronährstoffe.

Die Unternehmensphilosophie basiert auf einer hohen Produktqualität, persönlicher Beratung und der Zusammenarbeit mit regionalen Familienbetrieben.

Während haltbare Produkte bundesweit über den eigenen Onlineshop vertrieben werden, ist das Tiefkühlsegment (TK-BARF) ausschließlich im Ladengeschäft in Grevenbroich erhältlich. Diese bewusste Einschränkung im Onlineshop dient der Vermeidung von Kältekettenrisiken beim Versand.

Das Unternehmen in Grevenbroich (Nordrhein-Westfalen)

Die Herausforderung

Der Ausgangspunkt des Projekts war der proaktive Wunsch des Unternehmens, das bestehende Geschäftsmodell strategisch weiterzuentwickeln. Im Rahmen eines Workshops der örtlichen Wirtschaftsförderung zur Geschäftsmodellentwicklung entstand die Idee, das Ladengeschäft im Rahmen eines professionellen Store-Checks analysieren zu lassen. Dabei zeigte sich, dass die hohe Fachkompetenz des Unternehmens, wie auch die Qualität der Produkte auf der Fläche bisher nicht sichtbar genug waren.

Die Herausforderung bestand darin, diese Erkenntnisse in konkrete, praxisnahe und schrittweise umsetzbare Maßnahmen zu überführen. Im Fokus stand dabei, die Customer Journey innerhalb des Geschäfts zu optimieren und diese gleichzeitig durch intelligente digitale und KI-gestützte Werkzeuge sinnvoll zu ergänzen, um aus der Laufkundschaft loyale Stammkund:innen zu generieren.

Vorgehen und Maßnahmen

1. Entwicklung eines Ladenkonzepts entlang der Customer Journey

Auf der Grundlage des Store-Checks wurde im ersten Schritt ein neues Konzept entwickelt, das sich konsequent an der Customer Journey orientiert. Ziel war es, die Orientierung innerhalb des Ladengeschäfts zu verbessern, Kernsortimente, wie beispielsweise die TK-Truhen, schneller als solche erkennbar zu gestalten und ergänzende Produkte, wie zum Beispiel Pflegemittel und Belohnungsprodukte entlang der Customer Journey zu platzieren.

Erste Ideenskizze der neuen Customer Journey

Die Skizze dient als „Blaupause“ für die schrittweise Umgestaltung der Verkaufsfläche. Sie berücksichtigt Laufwege, Sichtachsen und die Platzierung von beratungsintensiven Bereichen, um das Einkaufserlebnis flüssiger, informativer und insgesamt attraktiver zu gestalten. Die hohe Produktqualität soll sich künftig auch in der Warenpräsentation widerspiegeln.

2. Entwurf eines „Welcome-Szenarios“ für den Eingangsbereich

Da der erste Blick in das Ladengeschäft einen wesentlichen Einfluss auf das gesamte Einkaufserlebnis hat, wurde für den Eingangsbereich ein eigenes „Welcome-Szenario“ entwickelt. Ziel ist es, Kund:innen sowie ihre Tiere bereits beim Betreten des Ladengeschäfts positiv anzusprechen, mögliche Hemmschwellen abzubauen und eine einladende Atmosphäre zu schaffen.

Das Konzept sieht vor, den Eingangsbereich so zu gestalten, dass die Kund:innen sofort willkommen geheißen werden und gleichzeitig eine erste, intuitive Orientierung im Raum erhalten. Neben atmosphärischen Gestaltungselementen, wie einer gezielten Beleuchtung und einer klaren Zonenbeschilderung, wurden auch die Hunde im Rahmen einer Futterstation berücksichtigt, um den Fachgeschäftscharakter sichtbar und besser zu unterstreichen.

1. Prompt Eingabe

Prompt

Bucher‘s Barf in Grevenbroich (hier die Webseite: https://butchersbarf.de) ist der Händler für gesundes Tierfutter. Sein Inhaber Ostrogonac ist ein exzellenter Ernährungsberater für Tiere. Das Ladengeschäft soll in mehreren Bereichen umgestaltet werden. Dies werden wir nun gemeinsam in drei Bereichen angehen. Hier kommt die erste Aufgabe: Wenn der Kunde den Laden betritt, soll er zunächst ein sogenanntes „Warm Welcome“-Gefühl bekommen. Er läuft auf eine Wand zu, die entsprechend gestaltet werden kann. Multisensorik soll dabei eine besondere Rolle spielen. Der Kunde soll den Eindruck vermittelt bekommen, dass er im genau richtigen Laden angekommen ist. Zeige mir Ideen auf, wie diese Gestaltung aussehen kann.

KI-Antwort

Ergebnis 1 für Welcome-Prompt
Auszug der ersten Antwort

2. Prompt Konzept

Prompt

Entwickle die Konzepte.

KI-Antwort

Ergebnis 2 für Welcome-PromptAuszug der zweiten Antwort

3. Prompt Bilderstellung

Prompt

Erstelle die Skizze.

KI-Antwort

Ergebnis 2 für Welcome-PromptAuszug der dritten Antwort

Das Ergebnis

KI-generiertes Bild des zukünftigen „Welcome-Szenarios“ für den Eingangsbereich

Der Kassenbereich bildet den Schlusspunkt des physischen Einkaufserlebnisses. Während des Zahlungs- und Einpackvorgangs verweilt der Blick der Kundschaft unwillkürlich im Bereich hinter dem Tresen. Um diesen prominenten Touchpoint atmosphärisch aufzuwerten und die Markenidentität emotional zu festigen, wurde die Vermittlung an ein spezialisiertes Unternehmen zur Erstellung eines großformatigen, hinterleuchteten Posters (Lightbox) als Kassenhintergrund initiiert. Durch die gezielte Hinterleuchtung erzielt das Poster eine hohe Farbbrillanz und Tiefenwirkung.

3. Entwurf eines „Farewell-Szenarios“ in Verbindung mit Community Marketing

Ebenso wie der Empfang wurde auch der letzte Kontaktpunkt vor dem Verlassen des Geschäfts als relevanter Bestandteil der Customer Journey betrachtet. Für den Ausgangsbereich wurde daher ein separates „Farewell-Szenario“ entwickelt, das den Einkauf positiv abrundet und zeitgleich eine langfristige Kundenbeziehung unterstützen soll.

Der Ausgangsbereich wird hierfür gezielt als Aktivierungszone genutzt. Über aufmerksamkeitsstarke Touchpoints, wie beispielsweise Aufsteller mit QR-Codes, werden die Kund:innen dazu eingeladen, einer WhatsApp-Gruppe beizutreten. Diese Gruppe bildet einen zentralen Bestandteil des zukünftigen Community-Marketings. Über diesen digitalen Kanal sollen regelmäßig Fütterungstipps, Neuigkeiten zu Produkten und Ankündigungen zu lokalen Events geteilt werden. So wird der stationäre Besuch direkt mit einem nachhaltigen digitalen Kommunikationskanal verknüpft. Ziel ist es, den Kontakt zu den Kund:innen über den eigentlichen Ladenbesuch hinaus aufrechtzuerhalten und eine langfristige Kundenbindung aufzubauen.

Prompt

Jetzt kommt die zweite Aufgabe: Wenn die Kunden den Laden in Richtung Ausgang verlassen, laufen sie auf eine Wand zu. Dort soll der Kunde verabschiedet und dazu animiert werden, Mitglied einer WhatsApp-Gruppe zu werden. Gleichzeitig soll eine besonders positive und wertschätzende Verabschiedung entstehen. Erstelle dafür ein Konzept.

KI-Antwort

Ergebnis Farewell-Prompt
Ergebnis Farewell-Prompt

Das Ergebnis

KI-generiertes Bild des zukünftigen „Farewell-Szenarios“ für den Ausgangsbereich

4. Konzipierung eines KI-Agenten für die Social-Media-Kanäle und den Newsletter

Um die Frequenz im Geschäft zu erhöhen und die Bekanntheit von Butcher’s Barf in der Region und darüber hinaus zu steigern, wurde die kontinuierliche Bespielung der Social-Media-Kanäle als unerlässlich festgestellt. Da die personellen Ressourcen bei Butcher’s Barf, wie auch in vielen anderen kleinen Unternehmen, oft knapp sind, wurde hierfür die Entwicklung eines maßgeschneiderten KI-Agenten auf Basis von LLMs (Large Language Models, Sprachmodelle) entwickelt.

Der KI-Agent soll das Unternehmen zukünftig dabei unterstützen, regelmäßig relevante, fachlich korrekte und zielgruppengerechte Inhalte zu generieren (emotionale, beratende Tonalität). Er kann beispielsweise aus kurzen Stichworten fertige Newsletter-Beiträge zur Vorstellung eines neuen Kausnacks oder erklärende Beiträge zu Themen wie „Warum Taurin für Hunde wichtig ist“ erstellen. Dies sichert eine hohe Frequenz an Beiträgen, ohne das Team vor Ort zeitlich zu überlasten. Zudem kann die Fachkompetenz des Inhabers so verstärkt sichtbar gemacht werden.

Fazit

Mit dem durchgeführten Projekt wurden bei Butcher’s Barf die Grundlagen für ein zukunftsfähiges, ganzheitliches Einkaufserlebnis geschaffen. Das Vorhaben zeigt exemplarisch, wie auch spezialisierte Fachgeschäfte im Einzelhandel ihre Marktposition stärken können, indem sie physische Verkaufsflächen gezielt optimieren und sinnvoll mit digitalen Instrumenten verzahnen.

Die Umgestaltung des Ladengeschäfts entlang einer klaren Customer Journey – unterstützt durch emotionale Touchpoints wie das Welcome- und Farewell-Szenario – wertet das Einkaufserlebnis vor Ort spürbar auf. Die Verknüpfung des Ausgangsbereichs mit der WhatsApp-Community schlägt zudem eine nachhaltige Brücke vom stationären Ladenbesuch hin zu einer dauerhaften Kundenbeziehung im Alltag. Ergänzt durch und den zeitsparenden KI-Agenten für das Social-Media- und Newsletter-Marketing, gelingt es Butcher’s Barf, moderne Technologien ressourcenschonend einzusetzen, ohne den persönlichen Fachhandelscharakter zu verlieren.

Das Ergebnis ist eine geschlossene Strategie, die Kundengewinnung, -bindung und Markenführung wirksam vereint und das Unternehmen nachhaltig in der Region verankert.

Einblicke in das Projekt

Unternehmen: Butcher’s Barf

Filiale: 1

Mitarbeitende: 2

Branche: Heimtierbedarf