Arbeitskleidung digital verwalten

Das Start-up EasyWear bündelt Bestellungen, Budgets, Freigaben, Bestände und Ausgaben von Arbeitskleidung in einer herstellerunabhängigen Software für Unternehmen.

Was macht euer Start-up und warum glaubt ihr, wird sich eure Geschäftsidee durchsetzen?

Verwaltungsansicht für Bestände und Artikelvarianten; neutraler Beispieldatensatz ohne personenbezogene Angaben.

EasyWear ist eine herstellerunabhängige Software der Inventaru GmbH. Unternehmen organisieren damit Bestellungen, Budgets, Freigaben, Bestände und Ausgaben von Arbeitskleidung in einem System. Mitarbeitende können über einen eigenen Zugang passende Artikel anfordern, während Einkauf und Verwaltung Regeln und Kosten im Blick behalten. Wir sehen Potenzial, weil viele Betriebe diese Abläufe noch über Tabellen, E-Mails und getrennte Händlerprozesse steuern. EasyWear lässt bestehende Hersteller:innen, Händler:innen und Veredler:innen im Prozess zu, statt Unternehmen an einen einzelnen Anbieter zu binden. Damit verbindet die Lösung praktische Selbstbedienung für Mitarbeitende mit zentraler Kontrolle.

Was waren die größten Hürden, die ihr auf eurem Gründungsweg überwinden musstet?

Zu den größten fachlichen Hürden gehört es, sehr unterschiedliche Abläufe in ein verlässliches Daten- und Rollenmodell zu übersetzen. Größen, Artikel, Standorte, Budgets, Freigaben, Lagerbewegungen und Rückgaben müssen zusammenpassen, ohne unnötige Personendaten zu verarbeiten. Zugleich erwarten Unternehmen Flexibilität bei Lieferanten und Sortimenten. Deshalb werden Einführung und Datenübernahme schrittweise geplant, getestet und mit klaren Zuständigkeiten versehen. Eine weitere Hürde ist, den Nutzen verständlich zu zeigen, ohne mit pauschalen Einsparversprechen zu arbeiten. Wir konzentrieren uns daher auf transparente Prozesse und nachvollziehbare Funktionen.

Wo geht die Reise hin? Was sind eure Ziele für 2026 und für die nächsten fünf Jahre?

Für 2026 liegt der Schwerpunkt darauf, den herstellerunabhängigen Kern weiter auszubauen und Einführungen für Unternehmen mit mehreren Standorten, Rollen und Sortimenten einfacher zu machen. Dazu gehören belastbare Stammdaten, klare Freigaben, transparente Bestände und gute Anschlussmöglichkeiten an bestehende Mitarbeiterportale. In den kommenden fünf Jahren soll EasyWear zur zentralen Prozessplattform für betriebliche Arbeitskleidung werden. Das Ziel ist nicht, bestehende Lieferantenbeziehungen zu ersetzen, sondern sie digital in einen einheitlichen Ablauf einzubinden. Wachstum soll deshalb aus dauerhaft nützlichen Funktionen, verlässlicher Umsetzung und enger Rückmeldung aus der Praxis entstehen.

Mobile Inventaransicht für ausgegebene Arbeitskleidung; neutraler Beispieldatensatz ohne personenbezogene Angaben.

Wie seid ihr bekannt geworden?

Bekannt wurde EasyWear vor allem über den direkten Austausch mit Unternehmen, Fachkontakte und die eigene Website. Praxisnahe Inhalte zu Beschaffung, Bestand, Budgets und Ausgabe machen das bisher oft unterschätzte Thema greifbar. Auch die Einbindung in bestehende Mitarbeiterplattformen schafft Berührungspunkte im Arbeitsalltag. Wir setzen dabei auf sachliche Erklärungen und konkrete Prozessfragen statt auf unbelegte Versprechen. Dadurch finden vor allem Unternehmen zu EasyWear, die einen realen Verwaltungsaufwand lösen wollen.

Wie geht ihr mit Rückschlägen um?

Rückschläge werden zunächst als überprüfbares Problem beschrieben: Was ist passiert, welche Annahme war falsch und welche Informationen fehlen? Danach wird ein kleiner nächster Test festgelegt, statt sofort den gesamten Ansatz zu ändern. Bei technischen oder organisatorischen Grenzen dokumentieren wir die Ursache und wählen einen regelkonformen Alternativweg. Rückmeldungen aus Nutzung und Einführung fließen in die Prioritäten ein. Wichtig ist, offen zwischen belegten Ergebnissen, Annahmen und Zielen zu unterscheiden.

Welche Tipps könnt ihr Gründer:innen mit auf den Weg geben?

Ein eng umrissenes, alltägliches Problem ist oft ein besserer Ausgangspunkt als eine möglichst breite Produktidee. Gründer:innen sollten früh mit den Menschen sprechen, die den Prozess täglich ausführen, und Ausnahmen ebenso ernst nehmen wie den Standardfall. Hilfreich sind ein klares Datenmodell, kleine prüfbare Einführungsschritte und ehrliche Erfolgskriterien. Wer Annahmen dokumentiert, kann nach Rückschlägen gezielt lernen, statt nur schneller weiterzubauen. Ebenso wichtig ist, keine Wirkung zu versprechen, die noch nicht belegt ist. Vertrauen entsteht langfristig durch verlässliche Arbeit und transparente Kommunikation.

Unternehmen: Inventaru GmbH / EasyWear

Gründer: Leon Schäfer und Louis Gehrmann

Branche: Software für Arbeitskleidungsverwaltung und Beschaffung

Gründungsjahr: 2024

Firmensitz: Lich, Hessen

Website: https://www.easywear.systems/