Infoblatt: Der Digitale Produktpass kommt – Welche Informationen sind dafür relevant?
Anja BorbergGeschätzte Lesedauer: 2 MinutenDer Digitale Produktpass (DPP) wird zum Weichensteller für Händler:innen und Unternehmen. Auch kleine und mittlere Unternehmen werden betroffen sein, egal ob sie produzieren, handeln oder Dienstleistungen anbieten. Wissenswertes, Vorteile und Herausforderungen rund um den DPP bietet unser aktuelles Infoblatt.
Auf zu mehr Transparenz, Nachhaltigkeit und einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft
Mit dem Digitalen Produktpass (DPP) startet die EU ein zentrales Instrument für nachhaltige, transparente und ressourcenschonende Kreislaufwirtschaft. Der DPP begleitet Produkte vom Rohstoff über die Herstellung bis zur Entsorgung und macht zentrale Informationen digital zugänglich. Ziel ist es, die Lebensdauer von Produkten zu verlängern und Wiederverwendung, Reparatur und Recycling zu erleichtern. Statt linearer und ressourcenintensiver Wertschöpfung setzt man auf zirkuläre und ressourcenschonende Prozesse.
Der digitale Produktpass (DPP) wird in der EU ab 2027 schrittweise und produktgruppenspezifisch eingeführt. Die DPP-Pflicht tritt zunächst für Produktgruppen wie Batterien in Kraft. Weitere Kategorien wie Textilien, Elektrogeräte und Autos folgen über die kommenden Jahre. Die Auswahl der betroffenen Branchen und Produkte orientiert sich an ihrer ökologischen Relevanz und dem Potenzial für Kreislaufwirtschaft.
Im Zentrum steht eine Frage: Wie können Produkte möglichst lange im Kreislauf bleiben? Die Antwort lautet: Reparieren, Wiederaufbereiten, Weiterverkaufen – die sogenannte R-Strategie (Recycle, resell, refurbish). Beispielsweise kann ein Kaffeeautomat unproblematischer repariert werden, wenn Kaufdatum, Typnummer, Ersatzteile bekannt sind.
Über was gibt der DPP Auskunft?
Der Digitale Produktpass (DPP) wird künftig über einen QR- oder Barcode auf der Produktverpackung verfügbar sein und kann von Kund:innen mit dem Smartphone gescannt werden. Je mehr Informationen, wie beispielsweise über die Herkunft, Reparierbarkeit oder den CO₂-Fußabdruck bekannt sind, desto einfacher gelingt eine Wiederherstellung oder das Recycling. Auch helfen Daten über die Inhaltsstoffe, Materialen oder Verfügbarkeit von Ersatzteilen dabei, dass das Produkt wieder in den Kreislauf zurückgeführt werden kann.
Zu beachten ist: Der DPP ist (noch) kein rechtlich bindendes Dokument mit konkreten Pflichten, sondern ein Rahmenwerk, das stufenweise verbindlich werden soll. Der DPP wird eine europaweite Gültigkeit besitzen, so dass alle Akteure entlang der Lieferkette auf die vorhandenen Daten zugreifen können. Wer jetzt die Weichen stellt, kann die neuen Anforderungen nicht nur rechtzeitig erfüllen, sondern sich auch echte Vorteile bei Transparenz, Kundenbindung und Nachhaltigkeit sichern. Ganz automatisch entstehen Beiträge für Klimaschutz für teilnehmende Händler:innen.
Nutzen Sie Netzwerke, informieren Sie sich zu Fördermöglichkeiten und bereiten Sie Ihr Unternehmen auf die Zukunft vor!
Infoblatt
In unserem Infoblatt „Digitaler Produktpass (DPP)“ gehen wir auf folgende Fragen ein:
- Was ist der Digitale Produktpass und wieso wird er eingeführt?
- Welches sind die Vorteile, was die Herausforderungen?
- Was sollten Händler:innen wissen?