Cyberangriffe treffen längst nicht mehr nur große Konzerne. Auch kleine und mittlere Handelsunternehmen geraten zunehmend ins Visier von Cyberkriminellen. Doch welche Angriffsmethoden sind derzeit besonders verbreitet, wie können sich Unternehmen wirksam schützen und was ist zu tun, wenn es tatsächlich zu einem Sicherheitsvorfall kommt? In der neuen Folge unseres „handelkompetent“-Podcasts sprechen wir mit Dr. Matthias Kampmann, Senior Consultant bei ibi research, über aktuelle Bedrohungen, wirksame Schutzmaßnahmen und die Rolle von Künstlicher Intelligenz in der Cybersicherheit.
Cyberangriffe werden professioneller
Phishing-Mails, gestohlene Zugangsdaten und Ransomware gehören weiterhin zu den häufigsten Bedrohungen für Unternehmen. Dabei nutzen Angreifer:innen nicht nur technische Schwachstellen aus. Häufig setzen sie gezielt auf Zeitdruck, Täuschung und die Unachtsamkeit von Beschäftigten.
Gerade kleinere Unternehmen unterschätzen das Risiko häufig. Sie gehen davon aus, für Cyberkriminelle nicht interessant zu sein, oder verfügen nur über begrenzte Ressourcen für die IT-Sicherheit. Gleichzeitig können bereits kurze Systemausfälle erhebliche Folgen haben, etwa wenn Kassensysteme, Warenwirtschaft, Onlineshop oder Kommunikationskanäle nicht mehr verfügbar sind.
Die Grundlagen müssen stimmen
Ein wirksamer Schutz beginnt nicht zwangsläufig mit umfangreichen Investitionen. Entscheidend sind zunächst grundlegende Maßnahmen. Dazu gehören regelmäßige und vom Unternehmensnetzwerk getrennte Datensicherungen, eine konsequente Aktualisierung von Software und Systemen sowie eine zusätzliche Absicherung von Benutzerkonten durch eine Mehrfaktor-Authentifizierung.
Technische Maßnahmen allein reichen jedoch nicht aus. Beschäftigte müssen typische Angriffsmuster erkennen und wissen, wie sie bei verdächtigen E-Mails, ungewöhnlichen Zahlungsaufforderungen oder Sicherheitsmeldungen reagieren sollen. Regelmäßige Schulungen, klare Zuständigkeiten und ein offener Umgang mit möglichen Fehlern tragen dazu bei, eine nachhaltige Sicherheitskultur aufzubauen.
Künstliche Intelligenz gewinnt an Bedeutung
Auch Künstliche Intelligenz verändert die Cyberkriminalität. Mit ihrer Hilfe lassen sich beispielsweise täuschend echte Phishing-Nachrichten, manipulierte Stimmen oder automatisierte Angriffe erstellen. Dadurch können Cyberangriffe schneller, gezielter und glaubwürdiger werden.
Gleichzeitig bietet KI Unternehmen neue Möglichkeiten, ungewöhnliche Aktivitäten frühzeitig zu erkennen, große Mengen an Sicherheitsdaten auszuwerten und IT-Verantwortliche bei der Bewertung möglicher Bedrohungen zu unterstützen. Voraussetzung bleibt jedoch, dass Unternehmen die eingesetzten Systeme verstehen, Ergebnisse kritisch prüfen und sensible Daten angemessen schützen.
Im Ernstfall zählt jede Stunde
Wird ein Unternehmen Opfer eines Cyberangriffs, sollten betroffene Systeme möglichst schnell isoliert, Verantwortliche informiert und externe Fachleute hinzugezogen werden. Wichtig ist außerdem, Beweise zu sichern und den Vorfall sorgfältig zu dokumentieren. Überstürzte Maßnahmen können dagegen zusätzlichen Schaden verursachen oder die spätere Aufarbeitung erschweren.
Ein vorbereiteter Notfallplan hilft, im Ernstfall strukturiert zu handeln. Darin sollte festgelegt sein, wer welche Entscheidungen trifft, welche Systeme besonders kritisch sind und welche internen sowie externen Ansprechpartner:innen kontaktiert werden müssen.
Podcast
In unserer Podcastfolge zur „IT-Sicherheit im Handel – quo vadis“ sprechen wir unter anderem über folgende Fragen:
- Welche Angriffsmethoden sind derzeit besonders häufig zu beobachten?
- Mit welchen Maßnahmen können Handelsunternehmen ihre IT-Sicherheit deutlich verbessern?
- Wie verändert Künstliche Intelligenz die Cyberkriminalität und die Abwehr von Angriffen?
- Welche Schritte sind in den ersten Stunden nach einem Cyberangriff entscheidend?
- Auf welche Entwicklungen sollten sich Handelsunternehmen in den kommenden Jahren vorbereiten?
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