Elektronische Preisschilder sind bereits in vielen Geschäften im Einsatz. Sie ermöglichen es, Preise zentral zu aktualisieren, wiederkehrende Aufgaben zu reduzieren und zusätzliche Informationen auf der Verkaufsfläche bereitzustellen. In der neuen Folge unseres „handelkompetent“-Podcasts sprechen wir mit Friederike Sporer von ibi research über die Vorteile elektronischer Preisauszeichnung, wichtige Voraussetzungen und mögliche Einsatzfelder der Zukunft.
Preise schneller aktualisieren
Bei klassischen Papieretiketten muss jede Preisänderung gedruckt, sortiert, angebracht und kontrolliert werden. Das kostet wertvolle Zeit und kann Fehler verursachen. Elektronische Preisschilder, auch Electronic Shelf Labels oder ESL genannt, lassen sich dagegen zentral steuern. Änderungen können innerhalb kurzer Zeit auf einzelne Schilder, ganze Filialen oder mehrere Standorte übertragen werden.
Davon profitieren insbesondere Händler:innen mit großen Sortimenten, häufigen Preisänderungen oder mehreren Filialen. Gleichzeitig wird die Technologie zunehmend auch für kleinere und mittlere Handelsunternehmen interessant.
Datenqualität als zentrale Voraussetzung
Damit elektronische Preisschilder zuverlässig funktionieren, müssen die zugrunde liegenden Artikeldaten korrekt gepflegt sein. Preise, Produktinformationen und Grundpreise werden automatisiert aus der Warenwirtschaft übertragen. Fehler in den Daten erscheinen daher unmittelbar auf der Verkaufsfläche.
Auch die technische Integration ist entscheidend: Das ESL-System muss zuverlässig mit der Warenwirtschaft und der Infrastruktur in der Filiale verbunden sein. Handelsbetriebe sollten deshalb frühzeitig prüfen, ob Daten, Schnittstellen und Netzabdeckung den Anforderungen entsprechen.
Mehr als eine digitale Preisanzeige
Elektronische Preisschilder können darüber hinaus zusätzliche Funktionen übernehmen: Über LED-Signale lassen sich beispielsweise gesuchte Artikel im Regal schneller finden. QR-Codes oder NFC können Beschäftigten und Kundschaft weiterführende Informationen, etwa zu Lagerbeständen, Inhaltsstoffen oder Produkteigenschaften, bereitstellen.
Elektronische Preisschilder können zudem die Grundlage für weitere digitale Anwendungen bilden. Dazu gehört beispielsweise eine dynamischere Preisgestaltung auf Basis von Verkaufszahlen oder Lagerbeständen. Welche Funktionen sinnvoll sind, hängt jedoch vom Sortiment und vom jeweiligen Geschäftsmodell ab.
Schrittweise einführen
Vor der Einführung sollten Händler:innen analysieren, wie viel Aufwand derzeit durch Preisänderungen entsteht und welche Probleme im bestehenden Ablauf auftreten. Denn nicht jedes Unternehmen benötigt umfangreiche Farbdisplays oder zahlreiche Zusatzfunktionen. Häufig reicht eine einfachere Lösung aus.
Ein Einstieg über eine Pilotfiliale oder einen abgegrenzten Bereich kann helfen, erste Erfahrungen zu sammeln. So lassen sich technische und organisatorische Herausforderungen erkennen, bevor das System auf die gesamte Verkaufsfläche ausgeweitet wird.
Podcast
In unserer Podcastfolge „Elektronische Preisauszeichnung im stationären Handel“ sprechen wir unter anderem über folgende Fragen:
- Für welche Betriebe eignen sich elektronische Preisschilder?
- Welche Voraussetzungen müssen vor der Einführung erfüllt sein?
- Wie verändern ESL die Arbeitsabläufe im Geschäft?
- Welche zusätzlichen Funktionen bieten moderne Systeme?
- Welche Fehler sollten Händler:innen bei der Einführung vermeiden?
- Welche Rolle spielen dynamische Preise und künstliche Intelligenz?
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