Checkliste: Wo kann ich als Händler:in Energie sparen?

Franziska DickmannGeschätzte Lesedauer: 3 Minuten

Energiesparen ist in aller Munde. Doch wie und wo können Händler:innen direkt ansetzen, um im eigenen Geschäft für Entlastungen zu sorgen? Die folgende Checkliste hilft dabei, die wichtigsten Bereiche, in denen Energie gespart werden kann, zu überprüfen.

Wer in seinem Geschäft den Rotstift ansetzen möchte, befasst sich am besten mit organisatorischen als auch technischen Maßnahmen. Zu den organisatorischen Maßnahmen gehört eine Bestandsaufnahme der aktuellen Situation.

Dazu gehören Fragen wie:

  • Was gebe ich monatlich für Strom und Wärme aus?
  • Wie hoch sind meine Kosten für Kühlung und die
    Klimaanlage?
  • Was zahle ich für Wartung und Instandhaltung meiner Technik pro Jahr?
  • Wie haben sich meine Ausgaben in den letzten Jahren entwickelt?

Dieser Schritt dient vor allem dazu, ein Gefühl für die eigenen Ausgaben zu erhalten und herauszufinden, wie sich diese in den letzten Jahren verändert haben. Lässt sich in einem der Bereiche ein unverhältnismäßiger Anstieg finden? Sind diese Fragen geklärt, steht Schritt 2 an, zu dem die technischen Sofortmaßnahmen wie die richtige Einstellung von Reglern und Schaltuhren und regelmäßige Wartungen gehören.

Die folgende Checkliste zeigt, was in den einzelnen Bereichen konkret getan werden kann:

In Bereichen, in denen sich niemand aufhält, Licht ausschalten, zum Beispiel im Lager oder in der Personalküche. Nach Ladenschluss die Beleuchtung einschränken. Weitere Geräte wie Computer, Drucker, Kassen, Kaffeemaschine und Co. ausschalten. Zeitsteuerungen, Dämmerungsschalter und Bewegungsmelder sparen Kilowattstunden ein.

Jedes Grad Raumlufttemperatur weniger spart 6 Prozent Heizkosten. Darüber hinaus kann besonders der Heizkessel zur Energieschleuder werden: stark verschmutzt verbraucht er bis zu 20 Prozent mehr Energie. Die Vorlauftemperatur des Kessels überprüfen: Ist sie dem tatsächlichen Bedarf angepasst? Was zeigen die Thermometer auf den Verkaufsflächen an? 

Heizung und Klimaanlage sollten nicht gegeneinander arbeiten. Die Kontrolltemperatur für die Klimaanlage daher 5 °C über der gewünschten Raumtemperatur für die Heizung einstellen. Heizungsrohre dämmen. Nach Ladenschluss hilft eine einfache Regelungstechnik, die Temperatur zu senken.

Lüftungs- und Klimaanlagen können zum Feind des Energiesparens werden. Sie haben lange Betriebszeiten und Anlagenteile mit einem hohen Energieverbrauch, wie Ventilatoren, Pumpen und Kühl- und Heizsysteme. Wer täglich die gleichen Öffnungszeiten hat, kann sich mit Zeitschaltuhren behelfen. Hier regelmäßig überprüfen, ob das eingestellte Programm noch den Anforderungen entspricht.

Die Reinigung bei Lüftungs- und Klimaanalgen ist essentiell: Filter, Lüftungsgitter und Wärmetauscher regelmäßig reinigen, Kondensatoren ebenso, um Verstopfungen zu vermeiden. Auch die Verdampfer-Elemente der Klimaanlage sollten jährlich gereinigt werden. Wird die Klimaanlage genutzt, Fenster und Türen schließen.

Temperaturen von 7 °C bei Kühlschränken und -18 °C bei Tiefkühltruhen sind ausreichend – jedes zu tief eingestellte Grad verbraucht 4-6 Prozent mehr Energie. Lüftungsöffnungen nicht zustellen, sonst steigt der Stromverbrauch um bis zu 10 Prozent. Geräte gut füllen, damit beim Öffnen weniger warme Luft hineinströmt. Rückseitengitter regelmäßig entstauben und Geräte abtauen. Rissige Türrahmendichtungen austauschen. Abstand zwischen Wand und Gerät einhalten, um Kühlaggregate und Kondensatoren mit Luft zu versorgen. 

Kühltruhen nach Ladenschluss abdecken, z.B. mit Styroporplatten. Kühlmöbel mit Produkten, die über Nacht nicht gekühlt werden müssen (z.B. Getränke), nach Ladenschluss ausschalten. Schlussendlich: Die Energieeffizenzklasse des Geräts beachten. Teilweise lohnt ein Neukauf.

Die gesetzliche Vorgabe für die Speichertemperatur von Warmwasser liegt bei etwas über 60 °C. Die richtige Einstellung spart bis zu 10 Prozent des Energiebedarfs, Kalkablagerungen sorgen für höhere Unterhaltskosten. Die optimale Temperatureinstellung von Boilerthermostaten klärt der Experte ab.

Lieferverträge und Abrechnungen für Strom- und Wärmeversorgung prüfen, ebenso Vertragskonditionen und Bezugspreise mit den aktuellen Marktpreisen. Wird der Energieeinkauf für den Betrieb sinnvoll bemessen? Gibt es beim Strom eine Jahresbezugsmenge oder wird nach Maximalleistung abgerechnet? Zusammensetzung der Bezugspreise analysieren: Stimmt alles mit den Netzentgelten, der Stromsteuer, den Zuschlägen für KWK? 

Lastgang überprüfen und Lastspitzen vermeiden. Gibt es tageszeitabhängige Lastspitzen und durch welche Geräte werden sie beeinflusst? Wurde richtig abgelesen und abgerechnet? Die meisten Energieversorger schicken auf Nachfrage kostenfrei die Verbrauchsdaten der letzten 12 Monate. Der Bezugspreis richtet sich oft nach den Lastspitzen. Sind sie niedriger, wird es günstiger.

Damit im Geschäft nachhaltig Energie gespart wird, müssen auch die Mitarbeiter:innen mitziehen und ihre täglichen Arbeitsschritte hinterfragen. Deutlich machen, wo Energie eingespart werden kann, welche Vorteile es bringt und wie Anlagen oder Geräte korrekt und effizient bedient werden. Hinweisschilder und Erinnerungen nicht vergessen.

Quelle: Klimaschutzoffensive des Handels – Erfahren Sie hier noch mehr zu den verschiedenen Energiesparmöglichkeiten

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